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29. Oktober: Welt-Psoriasistag 2014


Schuppenflechte? Trau Dich!




BERLIN – Am 29. Oktober ist Welt-Psoriasistag. An diesem Datum wenden sich weltweit Patienten und Hautärzte an die Öffentlichkeit, um auf anhaltende Vorurteile hinzuweisen und für eine bessere medizinische Versorgung zu werben.

„Schuppenflechte? Trau Dich“ lautet das Motto des bundesdeutschen Psoriasistages 2014. Betroffene und behandelnde Ärzte, aber auch „Entscheider“ auf allen Ebenen des bundesdeutschen Gesundheitswesens, werden angesprochen. So sollen Betroffene sich nicht angesichts der stigmatisierenden Hautveränderungen verkriechen, behandelnde Ärzte Mut haben, die wissenschaftlich gesicherten Therapiestandards auch unter dem Druck einer nach wie vor restriktiven Kostendämpfung im Gesundheitswesen zu beachten und Verantwortliche bei Krankenkassen und in der Gesundheitspolitik innovativen Behandlungskonzepten mehr Raum geben.

Die gemeinsamen Träger der Kampagne – das sind: Der Deutsche Psoriasis Bund e.V., der Berufsverband der Deutschen Dermatologen, das bundesweite PsoNet und die Deutsche Dermatologische Gesellschaft – wollen mit ihrem Aufruf zum Welt-Psoriasistag ein positives Zeichen setzen.

Dazu passend gibt es eine neue Facebook-Seite. Wer mag, kann dort den Aufruf zum bundesdeutschen Welt-Psoriasistag dort kommentieren oder auch selbst in Wort und Bild mit einem eigenen Beitrag am Austausch teilnehmen.

Auftrieb erhalten die Aktivitäten der bundesdeutschen Schuppenflechte-Gemeinschaft von einer aktuellen Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation. Die WHO hat die Schuppenflechte in den Kreis der bislang fünf nicht-infektiösen Erkrankungen aufgenommen, die weltweit größerer Anstrengungen des öffentlichen Gesundheitswesens bedürfen als bislang.

Betroffene Patienten sollen in Zukunft mehr Unterstützung erhalten. So soll die Leitung der WHO bis zum Ende des Jahres 2015 einen Vorschlag erarbeiten, wie Psoriasis-Patienten im Rahmen von Behandlungsprogrammen besser als heute medizinisch versorgt werden können. Die WHO hat damit diese chronische, d.h. lebenslange und nicht heilbare Erkrankung auf eine Stufe  mit Atemwegserkrankungen, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs gestellt.

Aufruf zum Welt-Psoriasistag 2014:
Psoriasis? Trau Dich!

Schuppende, gerötete und stellenweise blutige Hautareale sind die unübersehbaren Begleiterscheinungen einer Psoriasis – umgangssprachlich auch Schuppenflechte genannt. Rund 2,5 Prozent der Bevölkerung sind betroffen, alleine in Deutschland rund zwei Millionen Menschen.

An die Betroffenen

Seien Sie mutig. Gehen Sie auch mit einem Schub unter Leute. Zeigen Sie sich!

Die zeitweise unschönen Hautveränderungen sind  nicht ansteckend. Psoriasis ist eine chronisch entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung. Die körpereigene Immunabwehr „spielt verrückt“: Sie entfacht eine Entzündung und beschleunigt die Erneuerung der Hautzellen, was Schuppen macht. Die Symptome können gut behandelt, aber nicht ursächlich geheilt werden. Das Ziel ist eine lange erscheinungsfreie Zeit.

Geben Sie nicht auf! Werden Sie  selbst aktiv. Verbessern Sie Ihren  Hautzustand. Fordern Sie eine Behandlung, die Ihre persönlichen Therapieziel erreichen kann.

Etwa 70 Prozent aller Schuppenflechte-Patienten leiden an Begleiterkrankungen, die  zunächst häufig unentdeckt bleiben. Nahezu jeder dritte von ihnen entwickelt leider auch eine Psoriasis-Arthritis. Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Schlaganfall können hinzu kommen.

An die behandelnden Ärzte

Nehmen Sie sich Zeit zu einer umfassenden Diagnostik. Arbeiten Sie über die Grenzen des eigenen Faches hinaus mit Spezialisten anderer Fachgruppen zusammen, um die Systemerkrankung Psoriasis in den Griff zu bekommen.

Die Mittel in den Krankenversicherungssystemen sind begrenzt. In der ambulanten Versorgung reichen die Kostensätze für chronisch Kranke oft nicht aus, den tatsächlichen Bedarf an Zeit, Zuwendung und Behandlung angemessen darzustellen. Hinzu kommt der erhöhte bürokratische Aufwand bei der Verordnung hochpreisiger Medikamente, um in Prüfverfahren zur Wirtschaftlichkeit der ärztlichen Verordnung bestehen zu können.

Haben Sie Mut zu medizinischen Entscheidungen zum Nutzen des Patienten. Geben Sie sich nicht mit einer Linderung von Symptomen zufrieden, wenn ein besseres Ergebnis  möglich ist. Wagen Sie den therapeutischen Wechsel, wenn die Therapieziele nicht erreichbar sind.

Die aktuelle S3-Leitlinie zur Behandlung der Psoriasis gibt Unterstützung und sichert die Qualität der Behandlung. Regionale  Psoriasisnetze arbeiten auf dieser Basis an einer grundlegenden Verbesserung der Versorgung.

An alle Entscheider im Gesundheitswesen

Machen Sie sich die Empfehlungen der WHO zur Psoriasis als einer nicht infektiösen, besonders zu unterstützenden Erkrankung zum Wohle der Erkrankten zu eigen. Trauen Sie sich, innovative regionale Versorgungskonzepte für Psoriasiskranke aufzugreifen und zu fördern.

An die Öffentlichkeit

Menschen mit Schuppenflechte sind keine Gefahr für ihre Gesundheit!



„Building a better world for people with psoriasis – für eine bessere Welt für Menschen mit Schuppenflechte“, lautet das Motto des Welt-Psoriasistages auf internationaler Ebene 2014. Um diesem Ziel einen weiteren Schritt näher zu kommen, hat der Veranstalter, die International Federation of Psoriasis Associations (IFPA), eine Online-Umfrage gestartet. Ein Globus mit Kontinenten, die aus vielen kleinen Gesichtern zusammengesetzt sind –das Logo des internationalen Welt-Psoriasistages verdeutlicht, dass nicht nur die Schuppenflechte, sondern auch der Aktionstag am 29. Oktober ein globales Ereignis ist. Die Idee, jährlich einen Tag Patienten mit Psoriasis zu widmen, wurde erstmals 2004 von der International Federation of Psoriasis Associations (IFPA) in die Tat umgesetzt. Ihre Mitglieder sind nationale Psoriasis-Verbände aus der ganzen Welt.

Die IFPA trifft sich regelmäßig, um wichtige Fragen der Welt-Psoriasisgemeinschaft zu erörtern und voranzutreiben. So wurde im Juni dieses Jahres beschlossen, eine Online-Umfrage zu starten. Sie wendet sich in erster Linie an Patienten, ihre Angehörigen sowie Mediziner und hat das Ziel, zu ermitteln, mit welchen Strategien das Leben der mehr als 125 Millionen Menschen mit Schuppenflechte weltweit weiter verbessert werden kann.