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29. Oktober: Welt-Psoriasistag 2015


Respekt – Teilhabe – Lebensqualität




Am 29. Oktober ist Welt-Psoriasistag. An diesem Datum wenden sich weltweit Patienten und Hautärzte an die Öffentlichkeit, um auf anhaltende Vorurteile hinzuweisen und für eine bessere medizinische Versorgung zu werben. „Respekt – Teilhabe – Lebensqualität“ lautet das Motto 2015 in Deutschland.

Die gemeinsamen Träger der Kampagne – das sind: Der Deutsche Psoriasis Bund e.V., der Berufsverband der Deutschen Dermatologen, das bundesweite PsoNet und die Deutsche Dermatologische Gesellschaft – wollen mit ihrem Aufruf zum Welt-Psoriasistag ein positives Zeichen setzen.

Schuppende, gerötete und stellenweise blutige Hautareale sind die unübersehbaren Begleiterscheinungen einer Psoriasis – umgangssprachlich auch Schuppenflechte genannt. Rund 2,5 Prozent der Bevölkerung sind erkrankt, alleine in Deutschland rund zwei Millionen Menschen.
Psoriasis ist eine chronisch entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung. Die körpereigene Immunabwehr „spielt verrückt“: Sie entfacht eine Entzündung und beschleunigt die Erneuerung der Hautzellen, was Schuppen macht.

Die Mittel im Krankenversicherungssystem sind begrenzt. Sie werden konzentriert auf die Akutbehandlung. Eine Psoriasis ist bei allem medizinischen Fortschritt letztendlich jedoch nicht vollständig heilbar. Die Erkrankung verläuft vielfach in mehr oder minder stark ausgeprägten Schüben. Oft kommen belastende Begleiterkrankungen hinzu. Psoriasiskranke leiden unter einer geminderten Lebensqualität und haben in schweren Fällen eine deutlich verminderte Lebenserwartung.

Helfen kann die aktive Beteiligung in der Selbsthilfe bei Schuppenflechte.

Respekt
Auffällige Hauterscheinungen ziehen die Blicke auf sich. Viele Erkrankte empfinden es als belastend, permanent angestarrt zu werden. Neugier ist nicht gleichbedeutend mit Verständnis und Empathie. Wir alle erwarten zu Recht Respekt und Diskretion im Umgang miteinander.

Teilhabe
Immer wieder erleben Erkrankte, dass Menschen in ihrem Umfeld buchstäblich auf Distanz gehen. Andererseits greift die notwendige Therapie oft tief in die Lebensverhältnisse ein. Wir alle leben in sozialen Zusammenhängen. Wir wollen dazugehören und nicht ausgegrenzt werden. Und: Wir wollen nicht als Kranke „behandelt“ werden, sondern selbstbestimmend an der Therapie mitwirken.

Lebensqualität
Die Kosten für die nötige lokale Begleitbehandlung der Hauterscheinungen werden als Pflege abgetan und von der gesetzlichen Krankenversicherung selbst dann nicht übernommen, wenn die Erkrankten dafür dreistellige Summen monatlich aufbringen müssen. Ähnliche Schwierigkeiten gibt es bei der Beantragung von Maßnahmen zur Rehabilitation und bei Anträgen zur Klimatherapie. Von einer erfolgreichen Behandlung wird mehr als nur Linderung der schwerwiegendsten Symptome, sondern darüber hinaus auch eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität erwartet.

Vor diesem Hintergrund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Psoriasis schon 2014 in ihre Liste der nicht-ansteckenden Krankheiten aufgenommen, die weltweit vermehrter Anstrengungen bedürfen. Die Bundesregierung hat bislang noch keine konkreten Schritte unternommen, dieser Anforderung der WHO Taten folgen zu lassen.

Bei der Psoriasis besteht Handlungsbedarf!